Neulich mal wieder ist mir in der Bim aufgefallen, wie schnell Gespräche fad werden, wenn alle nur erzählen, aber niemand wirklich neugierig ist. Genau da habe ich mir folgendes gedacht. Interessant wirken wollen bringt wenig, interessierter sein bringt viel mehr. Deeeeeutlich mehr.
Seitdem probier ich im Alltag ein paar einfache Dinge aus, und ehrlich, man merkt den Unterschied ziemlich schnell. Was mir am meisten hilft. Zum Beispiel. Ich geh bewusst kleinen Fragen nach. Nicht stundenlang, eher so ein kurzes Abtauchen in ein Thema, das mich wirklich reizt. Bei mir ist das oft Psychologie, weil ich es spannend finde, warum wir Menschen tun, was wir tun. Statt automatisch zum Handy zu greifen, les ich ein paar Seiten in einem Buch und hab sofort wieder das GefĂĽhl, dass mein Kopf wacher wird.
Auch Romane haben bei mir mehr verändert, als ich gedacht hätte. Vor allem Fantasy und SciFi. Seit ich weniger Ratgeber lese und mehr Geschichten, bin ich kreativer, lockerer und irgendwie auch präsenter. Gespräche fühlen sich seitdem weniger nach Pflichtprogramm an, eher nach echtem Austausch.
Was ich auch liebe. Spaziergänge mit einer Farbe im Kopf. Klingt ein bissl komisch, funktioniert aber. Ich such dann zum Beispiel nur nach Gelb und entdecke auf bekannten Wegen plötzlich Sachen, die mir noch nie aufgefallen sind.
Und dann sind da noch mein Journal und die Morning Pages. Kleine Zettel, Kinokarten oder Café Rechnungen machen selbst normale Wochen schöner. Und das tägliche Drauflosschreiben ordnet meine Gedanken, auch wenn manches erst mal wirr klingt. Aber genau da passiert oft was gutes.
Vielleicht ist das eh der ganze Trick. Interessanter wird man nicht durch mehr Selbstdarstellung, sondern durch mehr echte Aufmerksamkeit. Ich versuch das jedenfalls weiter, ganz ohne groĂźes Tamtam, und ich glaub, genau so funktionierts.